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Interview /
Begleitung /
5. September 2022 /

„BGM – Nicht im Ernst, oder?“

Als Full-Service Dienstleister im integrativen betrieblichen Gesundheitsmanagement unterstützt die insa Gesundheitsmanagement GmbH Unternehmen seit über 15 Jahren. Von der Analyse über die Konzeption/Durchführung bis zur Evaluation steht das Unternehmen als kompetenter Partner zur Seite. Mit seiner praktischen Expertise in BGF und BGM bei Unternehmen aller Sparten und Größen greifen Sie als Kunde auf einen Erfahrungsschatz zu, der den Unterschied macht – für Ihren Erfolg! Die insa Gesundheitsmanagement GmbH hat gelernt, kostenoptimierte Modelle individuell und flexibel zu entwickeln. Zufrieden ist das Unternehmen erst, wenn seine Kunden von einer nachhaltig positiven Veränderung in Richtung eines gesünderen Alltagslebens berichten. Der Gewinn an Lebensqualität, die deutlich erhöhte Leistungsbereitschaft und -fähigkeit und die engere Bindung der Mitarbeitenden an ihr Unternehmen sind der gemeinsame Bonus. Im Top Brand-Interview spricht Tom Conrads, Geschäftsführer der insa Gesundheitsmanagement GmbH, über zielgruppenspezifisches Vorgehen und die partizipative Arbeit mit Pilotgruppen und die hohe Relevanz der Kommunikation im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Sie sind nun schon fast zwanzig Jahre im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) tätig. Gibt es immer noch etwas, dass Sie wirklich motiviert?

Oh ja. Ich glaube, wir sind im BGM noch lange nicht am Ende unserer Wirksamkeit und Relevanz angekommen. Besonders motiviert es mich, wenn ich bei Erstgesprächen zu den Unternehmenszielen BGM ins Spiel bringe und dann von einer Führungskraft oder der Geschäftsführung eines Unternehmens höre: „BGM – Nicht im Ernst, oder?“ Dabei gibt es heute doch so viele gut begleitete und evaluierte Prozesse, die den Nutzen des BGMs deutlich machen.

Können Sie unseren Lesern dafür ein Beispiel geben?

Sehr gerne. Nehmen wir als Beispiel eines unserer Kundenunternehmen mit mehreren Standorten. Ziel der pilothaften Einführung und Umsetzung von Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements über einen Zeitraum von drei Jahren war es, ein betriebliches Umfeld zu schaffen, welches das Wohlbefinden aller Mitarbeitenden über Verhaltens- und Verhältnismaßnahmen messbar fördert und langfristig positiv beeinflusst. Dies sollte durch ein strategisches Vorgehen entstehen, welches nach Projektende vor Ort bestehen bleiben kann, deutlich mit Erfolgsfaktoren zu beschreiben ist und somit für Folgeprojekte in anderen Unternehmensbereichen und an anderen Standorten nutzbar wird. Dabei sind wir folgenden weiteren Zielen gefolgt: Aufbau eines „State-of-the-Art“-Gesundheitsmanagements zur Übertragung auf weitere Standorte mittels klar definierter Erfolgsfaktoren, Steigerung der Anwesenheitsquote, Prävention durch Aufklärung zu definierten Themenschwerpunkten und die Motivation aller Beschäftigten durch Mitgestaltung des BGMs. Um die zukünftige Gesundheitssituation des Unternehmens gemeinsam proaktiv zu gestalten, wurden alle Mitarbeiterebenen stetig in den Prozess der Analyse und Ableitung von Maßnahmen einbezogen, sodass Belastungen reduziert, Ressourcen gestärkt, Gesundheit gemeinsam geprägt und eine offene Kommunikationskultur forciert werden konnten.

Welche Schritte waren für Sie und Ihr Kundenunternehmen zu gehen?

Zunächst war es die Gründung einer fest etablierten Steuerungsgruppe (mit VertreterInnen der Geschäftsleitung, Personalabteilung, Betriebsrat, GesundheitsansprechpartnerInnen auch aus dem Bereich des Arbeitsschutzes und Mitarbeitenden). Auf diese folgte eine umfangreiche Analyse der Belastungs- und Ressourcensituation (Befragung der Mitarbeitenden, Arbeitssituationsanalysen, Führungskräfteinterviews) und die Zuordnung bereits bestehender Maßnahmen in vier BGM-Kategorien inkl. Entwicklung eines eigenen BGM-Logos. Entscheidend war dann die Fokussierung auf eine Pilotabteilung innerhalb des Standortes, um die internen Kapazitäten nicht zu überlasten. Gegenfinanzierungsmöglichkeiten durch externe Kostenträger spielten schließlich vor allem bei der Ableitung zielgerichteter Maßnahmen am Standort und in der Pilotabteilung eine wichtige Rolle.

Mit dem Fokus, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden langfristig zu erhalten und ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen, wurde ein Top-Down-Prozess gewählt, wobei zu Beginn interne Akteure (Geschäftsführung, Führungskräfte, Steuerungsgruppe) qualifiziert und Ziele, Meilensteine und Projektschritte durch die Steuerungsgruppe gemeinsam mit dem externen Dienstleister insa Gesundheitsmanagement definiert und erarbeitet wurden. In der darauf gestarteten BGM-Kampagne mit einem greifbaren Slogan (z. B. „Gemeinsam gesund“, „Proaktiv gesund“, „Für Dich. Für uns.“)  wurden Verhältnismaßnahmen und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung umgesetzt.

Können Sie das noch konkreter machen? Was haben Sie konkret getan, um erfolgsversprechende Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen?

Die Identifikation der Maßnahmen erfolgte durch eine Kombination aus Führungskräfteinterviews, einer Befragung der Mitarbeitenden und Kleingruppenworkshops, sodass zielgruppenspezifische Interventionen konzipiert werden konnten. In diesen Prozess konnte die Feinanalyse der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen integriert werden, sodass die gesetzliche Verpflichtung noch tiefergehend erfüllt wurde. Auf der Verhältnisebene wurden bauliche Veränderungen vorgenommen, die Ausstattung sowie Arbeitsabläufe optimiert und der kollegiale Austausch gefördert. Auf der individuellen Verhaltensebene wurde die Gesundheitskompetenz der Mitarbeitenden im Sinne eines Ressourcenmanagements gestärkt.

Innerhalb des Pilotprojektes entschlossen sich alle Stakeholder zur genaueren und effizienteren Effektmessung und –darstellung, eine kleinere Pilotgruppe (100 MA) auszuwählen. Anhand von spezifischen Zielen und Kennzahlen konnte die Steuerungsgruppe dadurch, in Kombination mit den Ergebnissen einer Re-Befragung zum Ende des Pilotprojektes, die erfreulichen Positiveffekte der vielseitig durchgeführten verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen anschaulich und kausal eindeutig aufzeigen.

Sie sprechen von eindeutig zu identifizierenden Positiveffekten. Welche waren das?

In der Re-Befragung stachen vor allem Werte der Arbeitszufriedenheit zur Kollegialität und zur direkten Führung positiv hervor, was – vor dem Hintergrund eines gerade abgeschlossenen größeren Integrationsprozesses neuer Mitarbeitenden einer anderen Abteilung positiv überrascht. Abzulesen ist diese positive Entwicklung auch über die Senkung der Fluktuation um 18 %.

Eine teils drastische Verbesserung konnte bei drei weiteren Pilotgruppenzielen dargestellt werden. Hier ist hervorzuheben, dass sich insbesondere die direkt wirtschaftlich messbaren Faktoren verbessert haben („Senkung der Krankenquote“ und „Qualitätssteigerung der Arbeit“). So sank die durch die Personalabteilung ermittelte Krankenquote von 14,55% auf 9,72% und bei gleichzeitiger Steigerung der Kundenzufriedenheit in allen Geschäftsfeldern um rund 50%. Dazu ist aber ergänzend festzustellen, dass bei allen Kennzahlen zur allgemeinen Produktivität und dem Krankenstand in der Pilotgruppe eine durchweg positive Entwicklung gemessen werden konnte.

Hinsichtlich der BGM-Angebote zeigt sich, dass sich die Bekanntheit des Unternehmens-BGMs erhöht hat und die Angebote nun besser den Bedürfnissen und den zeitlichen und räumlichen Anforderungen der Mitarbeitenden entsprechen. Dies zeigt sich vor allem in der sehr guten Partizipationsquote. Fast alle angebotene Timeslots für BGM-Aktionen wurden durch die Mitarbeitenden wahrgenommen.

Zu beachten ist ebenfalls, dass die Re-Befragung eine positive Verbesserung des Verhältnisses des Mitarbeitenden zur Führungskraft (Steigerung um 22%) zeigt.

Ein wichtiger Hinweis ergibt sich auch noch aus der Sinnhaftigkeit konsequent ein systematisches Vorgehen zu entwickeln. Durch dieses systematische Vorgehen konnte eine externe Finanzierung in sechsstelliger Höhe erreicht werden, sodass ca. 80% der Maßnahmen fremdfinanziert wurden.

Was bedeutet das für das nachhaltige Vorgehen?

Die Ergebnisse dieses Pilotprojekts verdeutlichten, dass eine stetige Einbindung aller Akteure, sowie die zielgruppenspezifische Ableitung und Durchführung kombinierter Maßnahmen, erfolgsversprechend ist. So wurde hier ein nachhaltig erfolgreiches Gesundheitsmanagement geschaffen, welches als Prozessmodell ebenso in anderen Bereichen des Unternehmens und im gesamten Konzern genutzt werden kann. Die Übertragung der ermittelten Erfolgsfaktoren bei der Einführung dieses Systems auf andere Teile des Unternehmensumfelds gelang bereits während der Projektlaufzeit und ist auch ab Projektende bereits fest für die unmittelbare Zukunft eingeplant.

Ein zielgruppenspezifisches Vorgehen und die partizipative Arbeit mit Pilotgruppen waren hier also wichtige Aspekte. Welche sehen Sie außerdem für ein erfolgreiches BGM in der Zukunft?

Es wird immer entscheidend bleiben, intensiv zu kommunizieren. Dazu zählen Erfolgsgeschichten, die wir ins Unternehmen tragen, Testimonials aus der Belegschaft, die berichten, aber auch eine gute Kennzahlenberichterstattung an alle Stakeholder. Dazu wird unser BGM immer digitaler, was bei den genannten Punkten unterstützen kann. Inzwischen können wir mit unseren begleitenden digitalen Produkten zur Gesundheitsförderung auch jeden Filial-, Pflege- oder Produktionsmitarbeitenden auf dem Smartphone mit attraktiven Maßnahmen erreichen und zur Mitgestaltung einladen. Die Zukunft des BGMs ist also ganz sicher hybrid, kommunikationsstark, betrachtet und analysiert organisationale Faktoren und begleitet als Folge davon Mitarbeitende mit verschiedensten Formaten der Qualifizierung, des Trainings oder auch mit Check-Ups und Coachings eng bei den Themen der körperlichen, sozialen und psychischen Gesundheit.

Tom Conrads, Geschäftsführer der insa Gesundheitsmanagement GmbH
Tom Conrads, Geschäftsführer der insa Gesundheitsmanagement GmbH
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Katja Werner
Katja Werner
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